Die Fachdidaktik Haushalt und Ernährung ist die Wissenschaft vom fachspezifischen Lehren und Lernen in der Ernährungs- und Verbraucherbildung. Sie fragt nach Relevanz, Auswahl und Begründungszusammenhängen der Bildungsinhalte. Darüber hinaus befasst sie sich mit der Art und Weise der Vermittlung der Inhalte und der Anbahnung von Kompetenzen.

 

Unsere Forschung und Lehre knüpft insbesondere an etablierte Arbeiten zur Ernährungs- und Verbraucherbildung an und entwickelt diese im Sinne einer nachhaltigkeitsorientierten Bildungsarbeit kontinuierlich weiter. Die Expertise der Universität Paderborn in diesem Bereich wurde durch das zwischen 2003 und 2005 durchgeführte Modellprojekt zur Reform der Ernährungs- und Verbraucherbildung in Schulen (REVIS) geprägt. Im Rahmen des Projekts wurde ein Referenzrahmen für die Ernährungs- und Verbraucherbildung entwickelt, auf den inzwischen zahlreiche Bildungspläne und Curricula in Deutschland und im deutschsprachigen Ausland Bezug nehmen und der einen zentralen Bezugspunkt für die Lehramtsausbildung im Fach Hauswirtschaft (Konsum, Ernährung, Gesundheit) darstellt. 2022 wurde der Referenzrahmen überarbeitet und um ein weiteres Bildungsziel erweitert.

 

Bei der Entwicklung innovativer Lehr- und Lernkonzepte für die allgemeine wie berufliche Bildung werden am Institut Ernährung, Konsum und Gesundheit wissenschaftliche Erkenntnisse aus Ernährungswissenschaft, Public Health Nutrition, Lebensführung und Sozioökonomie des privaten Haushaltes und Bildungswissenschaften verbunden. Zudem stellt die Zusammenarbeit mit anderen Hochschulstandorten einen überregionalen Wissensaustausch sicher. Dadurch trägt die Fachdidaktik Haushalt und Ernährung zur Professionalisierung angehender Lehrkräfte sowie zur Weiterentwicklung von Curricula bei. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der (Berufs-)Bildung für nachhaltige Entwicklung. Ziel ist es, Lernende mithilfe geeigneter Unterrichtskonzepte zu befähigen, Ernährungs-, Konsum- und Haushaltsentscheidungen verantwortungsvoll, gesundheitsfördernd und nachhaltig gestalten zu können. Dabei werden ökologische, ökonomische, ethische und kulturelle Dimensionen von Ernährung und Lebensführung ebenso berücksichtigt wie die Entwicklung der Gestaltungskompetenz. Zugleich stärkt die Fachdidaktik Haushalt und Ernährung eine demokratische Wertebildung, indem sie die Fähigkeit fördert, unterschiedliche Interessen und Haltungen kritisch zu reflektieren, kontroverse gesellschaftliche Fragestellungen konstruktiv zu diskutieren und verantwortungsbewusst an der Gestaltung einer nachhaltigen und demokratischen Gesellschaft mitzuwirken. Auf diese Weise leistet die Fachdidaktik einen Beitrag zur Gestaltung zukunftsfähiger Bildungsprozesse in Schule, Beruf und Gesellschaft.