Geschlechter­spezi­fik in der Sekun­där­präven­tion von Par­kin­son-Syn­dro­men - Reg­u­lat­ive Ef­fekte körper­lich­er Akt­iv­ität auf Para­met­er des autono­men Ner­vensys­tems in der sport­med­iz­in­is­chen Be­hand­lung

Bereich: Gendermedizin, Neurologie, Sportmedizin

Zielgruppe: Patient*innen mit primären, sekundären, genetischen und atypischen Parkinson-Syndromen

Ziel:
Veränderungsanalyse von Symptomen der autonomen Dysfunktion, sowie sympathischer und parasympathischer Nervensystemaktivität durch rehabilitative Maßnahmen im Geschlechtervergleich und unter verschiedenen Anforderungsbedingungen (Ruhe, Stimulus, Schlaf)

Kurzbeschreibung:
Die Gruppe der Parkinson-Syndrome ist die häufigste und am schnellsten zunehmende Erkrankung aus dem Formenkreis der neurologischen Bewegungsstörungen in westlichen Industrienationen. Neben den bekannten motorischen Kardinalsymptomen stellen insbesondere die Beschwerdebilder aus dem autonomen Nervensystem eine Qualitätsminderung der täglichen Lebenswelt Betroffener dar. Dazu gehören beispielsweise kardiovaskuläre, thermoregulatorische, pupillomotorische, urogenitale und gastrointestinale Regulationsstörungen. Diese werden als sogenannte autonome Dysfunktion, resultierend aus desintegrierter sympathischer und parasympathischer Aktivierung, zusammengefasst.

Bisher gibt es kaum Studienergebnisse zur Entwicklung des autonomen Nervensystems unter sporttherapeutischem Einfluss. Männer und Frauen weisen statistisch gesehen außerdem pathophysiologische Unterschiede in der Krankheitshäufigkeit, der Symptomverteilung und Medikamentenverträglichkeit auf. Aufgrund weiterer anatomischer, physiologischer und metabolischer Unterscheidungen ist anzunehmen, dass das biologische Geschlecht in der Modulation von Therapieeffekten bei Parkinson-Syndromen mindestens als Surrogatparameter fungiert.

Der erste Teil des Forschungsprojektes beschäftigt sich mit der Veränderungsanalyse standardisierter therapeutischer Maßnahmen in zwei kooperierenden Rehabilitationskliniken. Wir untersuchen die Ausprägung der autonomen Dysfunktion und autonomen Nervensystemaktivität anhand kardiologischer und elektrodermaler Parameter unter Ruhebedingungen, bei orthostatischer Stimulation und im Schlaf.

In einem zweiten Projektteil widmen wir uns langfristigen sportmedizinischen Rehabilitationsmaßnahmen. Ziel ist die dauerhafte Etablierung einer lokalen Parkinson-Sportgruppe, sowie die gendermedizinische Analyse spezifischer Therapieinhalte auf sympathische und parasympathische Nervensystemaktivität.

Laufzeit: 
Teil I: Datenerhebung von April 2020 bis Oktober 2020; Datenauswertung ab Oktober 2020
Teil II: in Planung

Team:
Franziska Siche-Pantel M.A.
Prof. Dr. Dr. Claus Reinsberger
Dr. Rasmus Jakobsmeyer
Dr. Thorsten Barthel

Projektförderer und -partner:
Aatalklink Bad Wünnenberg GmbH