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Department of Sports and Health
Social Inclusion in Sport and Physical Education
Prof. Dr. Sabine Radtke
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Sportstudierende bereiten sich auf Freiwilligeneinsatz bei den Landesspielen von Special Olympics NRW in Hamm vor

Nicolai Herrmann (2. v. r.) informierte in Paderborn über die Landesspiele von Special Olympics NRW in Hamm. Mit dabei waren (v. l.) M. Pia Freier (Mitarbeiterin in der AG Inklusion im Sport), Prof. Dr. Sabine Radtke und Dr. Rasmus Jakobsmeyer. Foto: Heiko Appelbaum

14.05.2019

Rund 30 Studierende der Universität Paderborn werden im Juni als Volunteers bei den dritten Landesspielen von Special Olympics NRW in Hamm helfen. Der ehrenamtliche Einsatz bei den Wettkämpfen für Sportlerinnen und Sportler mit geistiger Behinderung, die vom 19. bis zum 23. Juni 2019 ausgetragen werden, ist Teil eines Seminars von Prof. Dr. Sabine Radtke. Sie leitet die AG Inklusion im Sport im Departement Sport & Gesundheit und will den Studierenden, die sich auf das Lehramt vorbereiten, Praxiseindrücke verschaffen.

Die Grundlagen erhalten die Freiwilligen im Uni-Seminarraum. Dazu zählte auch der Besuch von Nicolai Herrmann, Unified Sport & Bildung, Special Olympics Deutschland in Nordrhein-Westfalen e.V. (SO NRW), in Paderborn. Er versprach den Studierenden ganz besondere Erlebnisse, die den eigenen Horizont positiv erweitern: „Unsere Athletinnen und Athleten zeigen ihre Emotionen deutlich stärker. Und die Freudentränen bei der Siegerehrung vergisst man nicht, das ist Gänsehaut pur.“

Das bestätigte auch Dr. Rasmus Jakobsmeyer, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Sportmedizin an der Universität Paderborn und Mitglied im Förderverein Special Olympics Paderborn: „Der Umgang mit den Sportlerinnen und Sportlern macht große Freude und man kann selbst eine Menge von deren Unbeschwertheit lernen.“

2015 wurden erstmals die Landesspiele von Special Olympics NRW ausgetragen; die Premiere wurde in Paderborn gefeiert. Bei der Veranstaltung in Hamm, die zeitgleich mit dem NRW-Landesturnfest des Westfälischen Turnerbundes ausgetragen wird, erwarten die Organisatoren über 10.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer; davon gehen knapp 1.100 Athletinnen und Athleten mit geistiger Behinderung in 13 Sportarten an den Start.

Nicolai Herrmann informierte die Studierenden jetzt in Paderborn über ihre Tätigkeit; sie werden bei den Schwimmwettbewerben eingesetzt und unterstützen die Aktiven auf dem Weg zum Start und begleiten sie bei den Wettkämpfen.

Der NRW-Landesverband von Special Olympics Deutschland ist einer der größten in Deutschland und setzt stark auf das Ehrenamt. Er organisiert rund 50 Veranstaltungen im Jahr; die Landesspiele finden alle zwei Jahre statt. Eine Besonderheit ist, dass alle Sportlerinnen und Sportler nach dem Wettkampf geehrt werden. „Bei uns gibt es keine Verlierer“, macht Nicolai Herrmann deutlich. Gewinnen können aber auch die zahlreichen Ehrenamtlichen: wertvolle Erfahrungen für das eigene Leben und – wie bei den Paderborner Studierenden – für den beruflichen Weg als Lehrerin oder Lehrer.

„Praxis ist für unsere Arbeitsgruppe ganz wichtig“, sagt Prof. Dr. Sabine Radtke. „Und wenn wir die Möglichkeit haben, an einer derart großen Veranstaltung mitzuwirken, ist das eine großartige Chance.“

Die Organisatoren haben noch einige Plätze für weitere Freiwillige frei. Die Anmeldung erfolgt über die Online-Helferplattform: specialolympicsnrw.beepleapp.eu/de

Wir gratulieren!

Cindy-Adolph-Börs. Foto: Universität Paderborn

08.03.2019

Die Arbeitsgruppe Inklusion im Sport (Leitung: Prof. Dr. Sabine Radtke) gratuliert ihrer wissenschaftlichen Mitarbeiterin Cindy-Adolph-Börs ganz herzlich zur erfolgreich bestandenen Disputation. Herzlichen Glückwunsch!

Wenn die Bordsteinkante zu einer neuen Berliner Mauer wird

Die Exkursionsgruppe erkundete Berlin auf besondere Art und Weise. Foto: Universität Paderborn
Beim Blindenfußball. Foto: Universität Paderborn
Die Studierenden sammelten wertvolle Erfahrungen. Foto: Universität Paderborn
Studentinnen beim Blindenfußball. Foto: Universität Paderborn

03.03.2019

Für Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, und Personen mit starker Einschränkung der Sehfähigkeit ist die Infrastruktur einer Stadt oft ein großes Problem. Bordsteine, die kaum zu überwinden sind, oder stille Fußgängerampeln, die allein durch Lichtzeichen funktionieren, sind alltägliche Hürden.
Diese Erkenntnis haben jetzt Sportstudierende der Universität Paderborn in Berlin hautnah gewonnen. Sie unterzogen im Rahmen einer mehrtägigen Exkursion öffentliche Wege und Verkehrsmittel einer Praxisprobe, versetzten sich in die Perspektive der Betroffenen – und hatten dabei auch wenig schmeichelhafte Begegnungen.
Treffen mit Expertinnen und Experten in inklusiven Schulen und aus dem außerschulischen Sport machten hingegen viel Mut. Das Fazit: Es gibt erste gute Ansätze, aber auch noch viel Luft nach oben.

Prof. Dr. Sabine Radtke, Leiterin der AG Inklusion im Sport innerhalb des Departements Sport & Gesundheit der Universität Paderborn, hat die Exkursion konzipiert. Als Berlinerin nutzte sie ihre Ortskenntnisse sowie Kontakte und sorgte bei den Teilnehmenden für zahlreiche Aha-Erlebnisse. „Es ist ein großer Unterschied, Inklusion theoretisch vermittelt zu bekommen oder sie hautnah zu erleben“, macht Prof. Dr. Sabine Radtke deutlich. Sie freut sich darüber, dass auch Menschen mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen die Exkursion unterstützten und das Praxiserleben ermöglichten.

„Pfeffersport“ hat unterstützt
Gleich zum Start der Exkursion tauchten die Studierenden in das großstädtische Leben ein. Mit fünf Rollstühlen und einigen Blindbrillen und -stöcken erkundete die Gruppe den Prenzlauer Berg. Dabei mussten einige alltägliche Situationen gemeistert werden. Dazu gehörte der übliche Weg auf dem Bürgersteig und über die Straße ebenso wie die Suche nach dem Zugang zum Supermarkt, das Einkaufen oder die Fahrt mit der Tram. Begleitet wurden die Studierenden vom Rollstuhlbasketballer Christoph Pisarz und Lisa Hübler, die als Vereinsvertreterin von Pfeffersport die Tour ermöglicht hat. Pfeffersport ist Berlins größter Kinder- und Inklusionssportverein mit derzeit über 4.600 Mitgliedern. Er engagiert sich für inklusives Sporttreiben in berlinweiten Projekten und Initiativen.

Viele Schulen gehen mit guten Beispielen voran
Auf dem Programm stand auch ein Besuch der Theodor-Heuss-Gemeinschaftsschule in Moabit. In dieser Gemeinschaftsschule ist längeres gemeinsames und individuelles Lernen von Klasse 1 bis Klasse 13 fest verankert. Sie hat das Ziel, mehr Chancengleichheit und -gerechtigkeit durch längeres gemeinsames Lernen und eine optimale Förderung der individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten aller Schülerinnen und Schüler zu schaffen. In der Mittelstufe der Theodor-Heuss-Gemeinschaftsschule durfte die Paderborner Gruppe u. a. die Kunst-Projektwoche miterleben, bei der Jugendliche mit den Förderschwerpunkten „Geistige Entwicklung“ und „Lernen“ als ein großes Gemeinschaftskunstwerk ein Mosaik-Wandbild gestaltet haben.
Ein positives Beispiel erlebten die Exkursions-Teilnehmenden auch in der Erika-Mann-Grundschule in Wedding. Sie hospitierten im Sport- oder Tanzunterricht und erfuhren, dass die Einbeziehung etwa von Kindern mit Down-Syndrom im Basketball oder beim Tanzunterricht in der übergreifenden Klasse 1-3 erfolgreich praktiziert wird. Die Kinder werden in allen Fächern gemeinsam unterrichtet, eine Trennung nach Leistungsstand findet erst ab Klasse 4 statt.
Sportlich wurde es beim Blindenfußball. Hier zeigten die Spieler der Blindenfußball-Abteilung des Vereins Viktoria 1889 Berlin, wie Menschen mit eingeschränkten Sehfähigkeiten in der Lage sind, zu kicken. Die Orientierung funktioniert hier mit Zurufen und durch die Geräusche des Balls.

Gebraucht werden gute Vorbilder
Im weiteren Verlauf der Exkursion besuchten die Studierenden aus Paderborn die August-Sander-Schule in Friedrichshain. Dies ist eine Berufsschule unter anderem mit sonderpädagogischer Aufgabe. Im Fokus der Studierenden stand zunächst der Sportunterricht. „Der Unterricht war sehr authentisch und der Lehrer hat es geschafft, das komplexe Thema Volleyball mit sehr einfachen Mitteln und individuellen Regeln so zu verändern, dass ein Spiel zu Stande kam“, zeigte sich Prof. Dr. Sabine Radtke beeindruckt.
Zum Abschluss besichtigten die Studierenden noch die Werkstätten der Schule, in denen die Schülerinnen und Schüler ihre praktischen Erfahrungen sammeln. Es gibt die Möglichkeit, sich in den Bereichen Agrarwirtschaft und Umwelt (Gartenbau, Landwirtschaft, Tierpflege), Gastgewerbe und Hauswirtschaft, Sozialwesen oder Technik mit Farb-, Holz-, Metalltechnik ausbilden zu lassen.
Die zahlreich erlebten guten Beispiele bestätigten die Annahme der Exkursionsgruppe, dass die Inklusion in vielen Bereichen der Ausbildung und im Sport bereits erfolgreich gelebt wird. Maßgeblich für den Erfolg sind aber oftmals einzelne Akteure, die mit guten Ideen und großem Engagement eine Vorbildfunktion haben.


Teilnehmerinnen berichten:

Lena Forell: „Die Exkursion hat mich inspiriert, darüber nachzudenken, mein Referendariat in Berlin zu absolvieren. Ich interessiere mich sehr für alternative Schulformen und habe den Wunsch, später nicht in einer Regelschule zu arbeiten. In Großstädten wie Berlin sind mir dazu viele Möglichkeiten geboten, die ich gerne weiter erforschen möchte. Gerade im jungen Alter erachte ich es als Chance, viele verschiedene Erfahrungen zu sammeln. Mich haben die Brennpunktschulen keineswegs abgeschreckt.“

Miriam Schildwächter: „Als Lehrerin in einer (inklusiven) Schule muss ich mehr perspektivisch handeln, um allen gerecht zu werden. Neben den Rahmenbedingen, die eine zentrale Rolle für die Umsetzung eines inklusiven Verständnisses sind, kommt der Lehrkraft eine tragende Funktion zu, in dem sie ihre Haltung zum Thema Heterogenität klar zeigt. Denn nur, wenn ich und andere Lehrkräfte die Verschiedenheit als eine Chance sehen, kann meiner Meinung nach Inklusion in der Schule gelingen.“

Friederike Schweins: „Für mein zukünftiges berufliches Wirken nehme ich mit, dass jeder Mensch einzigartig ist und es keine homogene Gruppe gibt. Die Schülerinnen und Schüler sollten gemäß seiner oder ihrer Ressourcen gefördert und gefordert werden.
Natürlich sollte ich den Unterricht immer so versuchen zu planen, dass alle Schülerinnen und Schüler an dem Unterrichtsgeschehen teilhaben können. Wenn unvorhersehbare Dinge geschehen, muss ich flexibel mit der Situation umgehen und meine geplanten Unterrichtsvorhaben an die Lerngruppe anpassen.“

Uni-Forschungsprojekt will paralympischen Athletinnen und Athleten Rückenwind geben

M. Pia Freier. Foto: Heiko Appelbaum

30.01.2019

Im Jahr 1960 fanden in Rom die ersten paralympischen Spiele statt. Seither wetteifern Sportlerinnen und Sportler mit Behinderungen alle vier Jahre um paralympische Medaillen. In Deutschland wächst die Bedeutung des paralympischen Sports stetig; mittlerweile gibt es Bundesstützpunkte, die an Olympiastützpunkte angebunden sind und auch mit sonstigen Einrichtungen des Nichtbehinderten-Leistungssports verknüpft sind.
Die Einführung der Bundesstützpunkte im paralympischen Sport wurde bisher nicht wissenschaftlich begleitet. Das ändert sich jetzt: Prof. Dr. Sabine Radtke, Leiterin der AG Inklusion im Sport innerhalb des Departements Sport & Gesundheit der Universität Paderborn, leitet das Forschungsprojekt „Analyse des Stützpunktsystems zur Förderung des paralympischen Spitzen- und Nachwuchsleistungssports“. Gefördert wird die Untersuchung vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft, das zum Bundesministerium des Innern gehört.

Projekt läuft bis 2020
Durchgeführt wird das Projekt von M. Pia Freier, die jetzt als Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der AG Inklusion im Sport ihre Tätigkeit aufgenommen hat.
„Mich reizt es zu erforschen, welche Veränderungen notwendig sind, um die Athletinnen und Athleten in Zukunft bestmöglich zu fördern“, sagt M. Pia Freier.
Dazu will die 28-Jährige zunächst die bestehenden Strukturen analysieren und alle zur Verfügung stehenden Informationen zusammentragen.
Im nächsten Schritt stehen Interviews mit Expertinnen und Experten – das sind Verantwortliche in den bestehenden Strukturen – auf der Agenda. Abschließend werden im Rahmen von Gruppendiskussionen paralympische Sportlerinnen und Sportler hinsichtlich ihrer Anforderungen an Unterstützung für ihren Spitzensport befragt.
Erste Ergebnisse könnten Ende 2020 nach den XVI. Paralympischen Sommerspielen, die in Tokio stattfinden, vorliegen.

Salzburg – Bochum – Paderborn
M. Pia Freier hat bereits eine bewegte sportwissenschaftliche Laufbahn hinter sich. Zunächst studierte sie Sport- und Bewegungswissenschaft an der Universität Salzburg, wechselte dann innerhalb des Bachelorstudiums an die Ruhr-Universität Bochum (Schwerpunkt Freizeit-Gesundheit-Training). Das Bachelorstudium schloss die gebürtige Fuldaerin im Februar 2016 erfolgreich ab. Von April 2016 bis September 2018 war M. Pia Freier Lehrkraft für besondere Aufgaben im Bereich Schwimmen an der Sportfakultät Bochum. Parallel absolvierte sie das Masterstudium Sportwissenschaft, Schwerpunkt Sportberatung. Seit Dezember 2018 ist die aktive Wasserballerin Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der AG Inklusion bei Prof. Dr. Sabine Radtke.

Aktionstag Blindenfußball gewährte Studierenden intensive Einblicke

26.06.2018

Aua, das tat weh! Aber nur ein bisschen. Die Studentin Laura reibt sich die Stirn und weiter geht´s. Auch ihre Mitstudentin Jessica hat den leichten Zusammenstoß im fußballerischen Zweikampf ohne Blessuren überstanden. Beide tragen Augenklappenbinden und bewegen sich vorsichtig durch die Sporthalle der Universität Paderborn.
Auf der Agenda steht heute das Thema „Blindenfußball“. Prof. Dr. Sabine Radtke, Leiterin des Arbeitsgebietes „Inklusion im Sport“ an der Paderborner Hochschule, baut gerne Praxiselemente in ihre Lehrveranstaltungen ein. Dass daraus ein ganzer Aktionstag wurde, hat mit einem prominenten Gast zu tun. Die Workshops leitet Marcel Heim, langjähriger Blindenfußball-Bundesligaspieler für Würzburg, ehemaliger Nationalspieler und nun Trainer des hessischen Blindenfußball-Teams Teutonia Köppern. Prof. Dr. Sabine Radtke hat ihn als Referenten für den Aktionstag gewonnen und die Lehrstunden für Publikum geöffnet.
Die Gäste auf der Tribüne erleben vor allem beim Spiel zweier Mannschaften gegeneinander interessante Begegnungen. Der für die Spielerinnen und Spieler unsichtbare Ball verbirgt im Innern eine Rassel. Nur dann, wenn er durch die Halle rollt, wird der Ball hörbar. Die Position der Tore nehmen die Akteure wahr, indem sie dauernde Rufe von sehenden Mitstudierenden, die neben den Toren stehen, hören. Die Spielerinnen und Spieler werden zudem durch „Voy-Rufe“ darauf aufmerksam gemacht, wenn sie sich auf den Ball zu bewegen. Rasseln und Rufen, dazu die Stimmen der Mit- und Gegenspieler: Die Geräuschkulisse hat ihren ganz besonderen Reiz.
Voll des Lobes sind die Studierenden im Anschluss an das Match und den vorausgegangenen Workshop. „Wenn man über den Sport in die Lebenswelt eines blinden Menschen eintaucht, ist das eine Erfahrung, die Inklusion erlebbar macht“, sagt Prof. Dr. Sabine Radtke. „Lehrbuchwissen bietet eine gute Voraussetzung, aber Praxiserlebnisse sind eine wichtige Ergänzung.“
Unter den Teilnehmenden waren in erster Linie Studierende, die später als Lehrerinnen und Lehrer mit der Inklusion konfrontiert werden. Hemmschwellen abbauen und das Zusammenwirken zwischen Schülerinnen und Schülern mit und ohne Behinderung möglich machen erfordern eine gute Vorbereitung. Das Studium an der Universität Paderborn schafft auch in diesem Bereich wichtige Grundlagen.
Zusammen mit ihrem Team hat Prof. Dr. Sabine Radtke den Aktionstag Blindenfußball konzipiert. Die langjährige Erfahrung von Marcel Heim tat ein Übriges. Zahlreiche Aha-Erlebnisse gab es nicht nur bei den Studierenden, sondern auch bei den Gästen, die vor Augen geführt bekamen, dass Sport und Inklusion bestens zusammengehören. Allerdings kommt es immer auf die Sportart an: „Fußball eignet sich aus meiner Sicht gut für blinde Menschen“, sagt Marcel Heim. „Es macht aber keinen Sinn, alle Sportarten aus falsch verstandenem Inklusionswillen für Blinde zu adaptieren.“ Das sei technisch zwar in vielen Fällen möglich, fördere das Miteinander von Menschen mit und ohne Einschränkungen hingegen nicht in jedem Fall.
Und genau dieses Miteinander ist nach Angaben von Prof. Dr. Sabine Radtke ein wichtiges Ziel erfolgreicher Inklusion, die Spaß am Sport einschließt. Das Sporterleben am Beispiel Blindenfußball war ein perfektes Beispiel, das den zukünftigen Lehrerinnen und Lehrern in guter Erinnerung bleiben wird.
Auch Marcel Heim lobte das „außergewöhnliche Engagement“ des Arbeitsgebietes „Inklusion im Sport“ an der Universität Paderborn: „Sie gehen mit gutem Beispiel voran und bereiten mit Ihren Multiplikatoren den Weg für eine gemeinsame Zukunft. Das ist aller Ehren wert.“

Aktionstag Inklusionssport

Mitarbeiter der AG "Inklusion im Sport" (v.l.n.r. Jana Seuthe, Prof. Dr. Sabine Radtke, Cindy Adolph-Börs)
Teilnehmer des Workshops Zumba

07.07.2016

Aktionstag Inklusionssport ohne Grenzen am 5. Juli – ein voller Erfolg mit rund 300 Workshop-Teilnehmern

Am Dienstag, 5. Juli, kamen rund 300 Personen mit und ohne Behinderung zum Aktionstag „Inklusionssport ohne Grenzen“ in die Sporthalle SP1 der Universität Paderborn. Eingeladen hatte die Arbeitsgruppe „Inklusion im Sport“ des Departments Sport & Gesundheit unter der Leitung von Prof. Dr. Sabine Radtke gemeinsam mit dem Hochschulsport der Universität Paderborn. Der Deutsche Rollstuhl-Sportverband (DRS) trat als Kooperationspartner auf. Vor Ort konnten die Besucher in zehn verschiedenen Workshops Sportangebote für Menschen mit und ohne Behinderung ausprobieren. Highlight des Abends war unter anderem ein Spiel im Rollstuhlbasketball zwischen den Profis der Ahorn Panthers gegen die Uni Baskets Paderborn.

Den Organisatoren geht es vor allem um die Sensibilisierung für das Thema Inklusion. „Oft haben Menschen Berührungsängste, wenn es um das Thema Behinderung geht. Dies ist darauf zurückzuführen, dass viele Menschen keinen Kontakt zu Menschen mit Behinderung haben“, meint Prof. Radtke. „Hier wollen wir ansetzen und durch Maßnahmen wie den Aktionstag Begegnungen zwischen Menschen mit und ohne Behinderung schaffen. Ziel ist es, sich über die gemeinsame Leidenschaft zum Sport über vermeintliche Differenzen hinwegzusetzen. Besonders junge Menschen nehmen den Rollstuhl als Sportgerät wahr und gehen so viel unbefangener an das Thema heran. Dieser Perspektivenwechsel, zusammen mit den Emotionen, die beim Sport entstehen, können den Horizont erweitern und den Widerstand in den Köpfen brechen – das ist toll zu beobachten.“

Die einzelnen Workshops wurden so gestaltet, dass es keinen Unterschied macht, ob Menschen mit Behinderungen oder ohne teilnehmen. Michael Overhage, Cheftrainer des TSV Bayer Leverkusen und Co-Trainer der Deutschen Damen-Nationalmannschaft im Sitzvolleyball, begeisterte die Besucher für Sitzvolleyball – eine Sportart, die überwiegend im Behindertensport angeboten wird. „Zum Zeitpunkt des Ballkontaktes muss mindestens ein Teil des Körpers zwischen Schulter und Becken den Boden berühren“, erklärt Overhage.

„Ich freue mich besonders über die vielen Sportlerinnen und Sportler sowie die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Ahorn-Panther, die bei unserem Aktionstag mit großer Begeisterung dabei waren“, so Radtke. „Im kommenden Wintersemester planen wir eine Filmreihe zum Thema „Sport und Inklusion – Ziemlich beste Freunde“, um unser Thema weiter nach außen zu tragen.“

Prof. Dr. Sabine Radtke ist seit Oktober 2015 Leiterin des Arbeitsbereichs „Inklusion im Sport“ am Department Sport & Gesundheit. In Zukunft soll alle zwei Jahre ein Aktionstag zum Inklusionssport an der Universität Paderborn stattfinden.
 

Text: Johannes Pauly

Fotoimpressionen vom Aktionstag

Workshop Sitzvolleyball
Workshop Rollstuhlrugby
Workshop Rollstuhlrugby
Workshop Sitzvolleyball

Einladung zum Filmreihe "Sport und Inklusion: Ziemlich beste Freunde!"

19.10.2016 | Nächsten Dienstag, am 25.10.16, startet die Filmreihe "Sport und Inklusion: Ziemlich beste Freunde!" der Arbeitsgruppe "Inklusion im Sport" (Leitung: Frau Prof. Dr. Sabine Radtke). Nähere Informationen sich dem Poster zu entnehmen!

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